Schritt 06 – Aufbau der Goldtöne

Nach den vorbereitenden Arbeiten an den Verzierungen wurde die erste braune Lasurschicht aufgetragen. Diese Schicht dient als Grundlage für die spätere Goldbemalung und ist ein wichtiger Bestandteil des mehrstufigen Farbaufbaus.


Dabei wurde bewusst darauf geachtet, die Farbe nicht vollständig deckend und gleichmäßig aufzutragen. Die zuvor angelegten Hell-Dunkel-Kontraste sollen weiterhin sichtbar bleiben und die Grundlage für die spätere Tiefenwirkung bilden. Unterschiede in der Farbintensität sind daher ausdrücklich gewollt und Teil des geplanten Effekts.


Durch die transparente Braunschicht beginnen die Details bereits deutlich plastischer zu wirken. Vertiefungen bleiben dunkler, während erhabene Bereiche stärker hervortreten. Die zuvor mit Weiß vorbereiteten Lichtbereiche bleiben weiterhin erkennbar und bilden die Basis für die folgenden Goldlasuren.


Das Ziel ist kein makelloser, gleichmäßig glänzender Metallton. Die Rüstung soll den Eindruck eines jahrhundertealten Artefakts vermitteln, das unzählige Feldzüge und Schlachten überstanden hat. Gebrauchsspuren, Farbunterschiede und unregelmäßige Oberflächen tragen bewusst zu diesem Eindruck bei und verleihen den Verzierungen mehr Charakter und Glaubwürdigkeit.


Obwohl die Goldwirkung zu diesem Zeitpunkt noch nicht sichtbar ist, zeichnet sich bereits ab, wie die späteren Metallschichten von den vorbereiteten Schatten, Aufhellungen und Strukturen profitieren werden. Mit jeder weiteren Lasur entsteht mehr Tiefe, ohne dass die feinen Details der Verzierungen verloren gehen.


Schritt 07 – Die ersten Goldlasuren

Nach der vorbereitenden Braunschicht konnten die ersten eigentlichen Goldlasuren aufgetragen werden. Durch die zuvor angelegten Licht- und Schattenbereiche beginnt die Metallwirkung bereits nach wenigen Schichten sichtbar zu werden.


Die Goldfarbe wurde bewusst lasierend verarbeitet. Dadurch bleiben die darunterliegenden Brauntöne, Schatten und Aufhellungen weiterhin erkennbar und verleihen den Verzierungen deutlich mehr Tiefe, als es mit einer deckend aufgetragenen Metallfarbe möglich wäre. Besonders bei den Schädeln, Flügeln und Ornamenten zeigt sich bereits jetzt eine wesentlich plastischere Wirkung.


Um den Effekt besser beurteilen zu können, wurde beim Schild ein Teilbereich bewusst unterschiedlich behandelt. Der äußere Rahmen erhielt bereits die Goldlasuren, während die inneren Verzierungen zunächst im vorherigen Arbeitsstadium belassen wurden. Dieser direkte Vergleich macht deutlich sichtbar, welchen Einfluss die Goldschicht auf die Gesamtwirkung der Details hat.


Der aktuelle Zustand stellt noch keinen Endpunkt dar. Die Goldflächen werden in den folgenden Arbeitsschritten weiter verfeinert und ausgearbeitet. Geplant sind zusätzliche Kantenakzente mit „Chrome Silver“, um besonders stark beleuchtete Bereiche hervorzuheben. Anschließend sollen schwarze Öl-Pinwashes die Vertiefungen weiter betonen und die einzelnen Elemente stärker voneinander abgrenzen.


Bereits in diesem Stadium zeigt sich jedoch, dass der mehrstufige Aufbau aus Preshading, Weiß, Brauntönen und Goldlasuren die gewünschte Wirkung erzielt. Die Verzierungen wirken nicht wie frisch poliertes Metall, sondern vermitteln den Eindruck einer alten, kampferprobten Rüstung, deren Oberflächen über lange Zeit gealtert und beansprucht wurden.


Schritt 08 – Das rote Juwel

Die Bemalung des Juwels erfolgte in mehreren transparenten Schichten. Ziel war es, Tiefe und die typische Lichtbrechung eines geschliffenen Edelsteins nachzubilden. Für sämtliche Verdünnungen wurde ausschließlich Wasser verwendet. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten wurde die Farbe jeweils vollständig trocknen gelassen.


Schritt 1 – Grundfarbe


Zunächst wurde die gesamte Oberfläche des Juwels deckend weiß bemalt. Diese helle Basis dient als Grundlage für die späteren transparenten Farbschichten.


Schritt 2 – Erste Tiefenwirkung


Anschließend wurde stark verdünntes „Tamiya Smoke“ aufgetragen. Dabei wurde bewusst darauf geachtet, keine gleichmäßige Oberfläche zu erzeugen. Flecken, Farbansammlungen und leichte Pfützenbildung waren ausdrücklich erwünscht, da sie später für zusätzliche Tiefe und natürliche Unregelmäßigkeiten sorgen.


Schritt 3 – Dunkle Strukturen


Mit einem feinen Pinsel wurden dünne schwarze Linien von der Mitte nach außen gezogen. Die Form erinnert an feine Risse oder Lichtbrechungen innerhalb eines Edelsteins.


Schritt 4 – Helle Lichtbrechungen


Die gleiche Technik wurde anschließend mit weißer Farbe wiederholt. Die hellen Linien ergänzen die dunklen Strukturen und erzeugen zusätzliche Lichtreflexe im Inneren des Juwels.


Schritt 5 – Erste Farbgebung


Über die vorbereiteten Strukturen wurde stark verdünnte rote Farbe lasierend aufgetragen. Die darunterliegenden Effekte bleiben sichtbar und beginnen durch die transparente Farbschicht hindurch zu wirken.


Schritt 6 – Strukturen verstärken


Nach dem Trocknen wurden die schwarzen und weißen Linien aus den Schritten drei und vier erneut aufgebracht, um die Tiefenwirkung weiter zu verstärken.


Schritt 7 – Transparente Schutzschicht


Nun folgte eine verdünnte Schicht „Tamiya Clear Red“. Diese dient sowohl als Farbvertiefung als auch als Schutzschicht für die darunterliegenden Details. Da die Farbe relativ aggressiv auf bereits vorhandene Schichten reagieren kann, wurde sie zunächst stark verdünnt verwendet.


Schritt 8 – Glanz und Tiefe


Nach dem Trocknen wurde „Tamiya Clear Red“ unverdünnt und deutlich kräftiger aufgetragen. Dadurch entstand die charakteristische transparente Tiefenwirkung eines roten Edelsteins.


Wichtig: Während dieses Schrittes sollte die Oberfläche aufmerksam beobachtet werden. Zeigen sich Anzeichen dafür, dass frühere Farbschichten angelöst werden, sollte der Farbauftrag sofort beendet werden.


Schritt 9 – Nacharbeiten


Einige helle Bereiche waren nach der ersten Klarlackschicht zu schwach sichtbar. Deshalb wurden einzelne weiße Lichtreflexe erneut ergänzt.


Schritt 10 – Finale Versiegelung


Zum Abschluss wurde nochmals eine kräftige Schicht „Tamiya Clear Red“ aufgetragen. Diese verbindet die darunterliegenden Effekte, verstärkt die Farbtiefe und sorgt für den abschließenden Glanz des Juwels.


Durch den schichtweisen Aufbau entsteht eine deutlich größere Tiefenwirkung, als sie mit einer einfachen roten Farbfläche erreichbar wäre. Das Juwel wirkt dadurch transparenter und erhält den Eindruck eines echten, lichtdurchlässigen Edelsteins.


Schritt 09 – Kantenakzente und Feinarbeiten

Nach dem Aufbau der Goldtöne folgte die Verfeinerung der Metallflächen. Ziel dieses Arbeitsschrittes war es, die bereits vorhandenen Licht- und Schatteneffekte weiter zu verstärken und die zahlreichen Details der Verzierungen klarer herauszuarbeiten.


Hierfür wurden ausgewählte Kanten und besonders stark beleuchtete Bereiche vorsichtig mit „Chrome Silver“ akzentuiert. Die helle Metallfarbe wurde dabei nur sparsam eingesetzt, um gezielt Lichtreflexe zu simulieren. Vor allem an scharfen Kanten, erhabenen Ornamenten und exponierten Bereichen sorgt diese Technik für mehr Kontrast und eine deutlich bessere Lesbarkeit der Details.


Zusätzlich wurden Schattenbereiche nochmals vertieft und vorhandene Highlights weiter ausgearbeitet. Durch das wiederholte Verstärken von Licht und Schatten gewinnt die Oberfläche an Tiefe und wirkt wesentlich plastischer. Besonders bei den Schädelmotiven, den Flügelornamenten und den zahlreichen Rahmen- und Zierelementen wird dieser Effekt deutlich sichtbar.


Auch die bereits angelegten Gebrauchsspuren wurden in diesem Arbeitsschritt weiter betont. Kleine Kratzer, Beschädigungen und unregelmäßige Abnutzungen unterstützen den Eindruck einer alten, kampferprobten Ausrüstung und verhindern, dass die großen Metallflächen zu sauber oder steril wirken.


Die Arbeiten befinden sich zu diesem Zeitpunkt noch in einer Zwischenphase. Ob abschließend ein dezentes schwarzes Ölwash eingesetzt wird, bleibt zunächst offen. Diese Entscheidung erfolgt erst nach der Betrachtung des Gesamtmodells, da zusätzliche Schatten zwar mehr Tiefe erzeugen können, gleichzeitig aber auch die bereits erarbeiteten Highlights wieder abschwächen würden.


Der aktuelle Schwerpunkt liegt daher darauf, die Balance zwischen Licht, Schatten und Alterungseffekten weiter zu verfeinern, bevor endgültige Entscheidungen über die abschließende Farbwirkung getroffen werden.


Schritt 10 – Alterung, Kratzer und Detailarbeit

Mit den grundlegenden Metall-, Gold- und Schattierungsarbeiten weitgehend abgeschlossen, begann nun die eigentliche Veredelungsphase des Modells. In diesem Abschnitt lag der Schwerpunkt weniger auf neuen Farbtönen als vielmehr auf der Ausarbeitung von Details, Gebrauchsspuren und Materialwirkung.


Ein zentraler Gedanke dabei war die Geschichte der Rüstung. Eine mehrere Jahrhunderte alte Servorüstung, die unzählige Schlachtfelder überstanden hat, sollte nicht wie frisch aus der Fabrik wirken. Daher wurden an zahlreichen Stellen Kratzer, Beschädigungen und Abnutzungsspuren ergänzt oder verstärkt. Ziel war es nicht, die Oberfläche wahllos zu beschädigen, sondern den Eindruck eines oft reparierten und lange eingesetzten Ausrüstungsgegenstandes zu erzeugen.


Parallel dazu wurden verschiedene Metallbereiche weiter verfeinert. Durch den Einsatz von Trockenbürsten und Washes erhielten die metallischen Oberflächen zusätzliche Tiefe und eine stärker ausgeprägte Struktur. Besonders bei den Schädelornamenten, den Zierrahmen und den zahlreichen mechanischen Details entstehen dadurch deutlichere Materialunterschiede zwischen blanken Kanten, verschmutzten Vertiefungen und gealterten Flächen.


Auch die ersten Schmuckelemente und Juwelen wurden fertiggestellt. Die roten Edelsteine setzen gezielte Farbakzente innerhalb des ansonsten von Blau-, Gold- und Metalltönen dominierten Farbschemas. Durch die starke Sättigung bilden sie natürliche Blickpunkte und lenken das Auge gezielt auf wichtige Bereiche der Figur.


Mehrere Zierelemente befinden sich während dieses Bauabschnitts noch in der Entscheidungsphase. Insbesondere verschiedene Schädelornamente wurden zunächst farblich markiert, um ihre spätere Wirkung besser beurteilen zu können. Dabei wird getestet, ob sie als vergoldete Zierelemente oder eher als knochenfarbene Reliquien überzeugender wirken. Solche Entscheidungen werden bewusst erst getroffen, wenn genügend umliegende Bereiche fertiggestellt sind und die Gesamtwirkung beurteilt werden kann.


Mit zunehmendem Bemalfortschritt treten außerdem immer neue Details der Modellierung hervor. Viele Ornamente, Gravuren und Verzierungen fallen erst während der Bemalung auf und eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, einzelne Bereiche gezielt hervorzuheben. Gerade die außergewöhnlich hohe Detaildichte des Modells sorgt dafür, dass sich auch nach vielen Arbeitsstunden immer wieder neue Akzente entdecken lassen.


Der aktuelle Stand zeigt daher kein einzelnes abgeschlossenes Arbeitspaket, sondern mehrere parallel laufende Veredelungsschritte. Die Figur nähert sich zunehmend ihrem endgültigen Erscheinungsbild, während Details, Materialwirkung und Alterungseffekte Schritt für Schritt weiter ausgearbeitet werden.


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