Bemalbericht: Space Marine Titus, Warhammer40k 1:8 48cm Gesamthoehe

In diesem Bemalbericht begleite ich die komplette Bemalung der 48 cm hohen Captain-Titus-Figur von den ersten Vorarbeiten bis zum fertigen Modell. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Lasurtechniken, Preshading und dem Aufbau realistischer Licht- und Schatteneffekte.


Bausatz und damit die Figurenvorstellung kannst du hier ansehen: Captain Titus – Warhammer 40k (1:8) Tutorial

Schritt 01 – Vorbereitung und Bemalung des Kopfes

Zu Beginn wurden sämtliche Bauteile von ihren Supports befreit. Anschließend erfolgte eine gründliche Reinigung mit Wasser und Spülmittel, um eventuelle Rückstände zu entfernen. Nach dem Trocknen konnte mit der Bemalung begonnen werden.


Den Anfang machte der Kopf der Figur.


Als Grundierung kam „Hull Red“ von Tamiya zum Einsatz. Nach ausreichender Trocknungszeit wurde die Figur ausschließlich von oben mit mattem Weiß besprüht. Dadurch entstand bereits eine erste Licht- und Schattenwirkung. Beide Arbeitsschritte wurden mit der Airbrush ausgeführt.


Im nächsten Schritt wurde stark verdünnte „Flesh“-Farbe von Tamiya in mehreren hauchdünnen Schichten aufgetragen. So blieb die zuvor erzeugte Schattierung sichtbar und bildete die Grundlage für einen natürlichen Hautton.


Nach dem Durchtrocknen folgte ein dezentes Pinwash mit „Shadow Brown“-Ölfarbe. Überschüssige Ölfarbe wurde anschließend vorsichtig mit einem Wattepad entfernt. Abschließend wurde die Oberfläche mit mattem Klarlack versiegelt.


Die Haare wurden mit „Neutral Grey“ von Tamiya bemalt. Augenbrauen und Bart erhielten dieselbe Farbbehandlung. Nach dem Trocknen wurde ein schwarzes Wash aufgetragen, um die Strukturen stärker hervorzuheben.


Zwischendurch wurden die Augen mit stark verdünnter weißer Farbe vorbereitet.


Damit war die grundlegende Bemalung des Kopfes abgeschlossen und die Basis für die weiteren Detailarbeiten geschaffen.

Schritt 02 – Details am Kopf ausarbeiten

Im nächsten Arbeitsschritt wurden die Übergänge und Schattierungen des Kopfes weiter verfeinert. Die Haare erhielten zusätzliche Tiefe durch vorsichtiges Trockenbürsten sowie gezielt gesetzte Highlights. Ergänzend kamen weitere Washes zum Einsatz, um die Strukturen stärker hervorzuheben und den Kontrast zu erhöhen.


Anschließend wurden die Augen bemalt. Dieser Bereich gehört zu den anspruchsvollsten Arbeiten an einer Figur und erfordert besondere Sorgfalt, da bereits kleinste Abweichungen die Wirkung des Gesichts deutlich verändern können.


Danach folgten die zahlreichen Details am Kopf. Die metallischen Implantate wurden farblich herausgearbeitet und erhielten eine deutlichere Abgrenzung zu den umliegenden Flächen. Ebenso wurde das Headset vollständig bemalt und in das Gesamtbild integriert.


Zum Abschluss wurden die Übergänge zwischen Kopf und Rüstung durch metallische Akzente betont. Dadurch wirken die einzelnen Bauteile besser voneinander abgegrenzt und die technischen Elemente der Figur kommen stärker zur Geltung.


Mit diesen Arbeiten war die Bemalung des Kopfes weitgehend abgeschlossen und die Figur gewann deutlich an Charakter und Ausdruck.


Schritt 03 – Gestaltung und Bemalung der Base

Die Bemalung der Base wurde bewusst einfach gehalten und konzentrierte sich auf die Darstellung einer natürlich wirkenden Felsstruktur.


Den Anfang machte eine Grundierung mit mattem Schwarz, die vollständig mit der Airbrush aufgetragen wurde. Anschließend wurde die Felsstruktur aus größerer Entfernung mit mattem Weiß leicht eingenebelt. Durch kurze Sprühstöße entstand bereits eine erste Licht- und Schattenwirkung, ohne die dunkle Grundierung vollständig zu überdecken.


Für den Rand der Base kamen verschiedene Metalleffekte zum Einsatz. Zunächst wurde die gesamte Fläche mit „Metallic Grey“ trocken gebürstet und anschließend dezent mit „Chrome Silver“ aufgehellt. Darauf folgten mehrere dünne Lasurschichten aus „Gold Leaf“, „Dark Copper“, „Metallic Grey“ und „Chrome Silver“, um eine abwechslungsreiche Metalloptik zu erzeugen. Abschließend wurde ein stark verdünntes Wash aus „Tamiya Smoke“ aufgetragen, das die Farbtöne miteinander verband und die Vertiefungen zusätzlich betonte.


Die Felsstruktur selbst wurde zunächst mit verschiedenen Grautönen lasierend bemalt. Nach ausreichender Trocknungszeit wurde die Oberfläche mit Wasser benetzt. In den entstandenen Feuchtigkeitsfilm wurden unterschiedliche Braun- und Grüntöne eingearbeitet und vorsichtig verblendet. Diese Technik erzeugte natürliche Farbvariationen und verlieh dem Gestein mehr Tiefe und Lebendigkeit.


Nach dem vollständigen Durchtrocknen wurde die gesamte Felsstruktur mit mattem Klarlack versiegelt. Anschließend sorgte ein schwarzes Ölwash für zusätzliche Kontraste und eine stärkere Betonung der vorhandenen Strukturen.


Zum Abschluss wurden verschiedene Pflanzen und Begrünungselemente aus dem eigenen Fundus aufgebracht. Damit war die Base fertiggestellt und bildete eine passende Umgebung für die Figur.


Schritt 04 – Preshading und erste Farblasur

Um der Panzerung bereits vor der eigentlichen Farbgebung mehr Tiefe und Struktur zu verleihen, wurde zunächst ein Preshading aufgebaut.


Den Anfang machte eine vollständige Grundierung in mattem Schwarz. Anschließend wurden die einzelnen Panzerungssegmente mit mattem Weiß aus der Airbrush leicht aufgehellt. Ziel war nicht eine vollständige Deckung, sondern das gezielte Setzen von Lichtbereichen als Grundlage für die spätere Farbwirkung.


Im nächsten Schritt kam eine Schablone zum Einsatz. Mit der Airbrush wurden unregelmäßige weiße Flecken auf die Panzerung aufgebracht, um die großen Flächen optisch aufzulockern und eine abwechslungsreiche Oberflächenstruktur zu erzeugen. Über diese Schicht wurden mit derselben Technik weitere Flecken in Dunkelgrau gesprüht. Durch das Zusammenspiel von hellen und dunklen Bereichen entstand ein lebendiges und unregelmäßiges Muster, das später durch die Farbschichten hindurch sichtbar bleiben sollte.


Um die Kanten zusätzlich hervorzuheben, wurden ausgewählte Bereiche anschließend mit einem feinen Pinsel und weißer Farbe nachgezogen. Dadurch erhielten die Panzerungsplatten bereits vor der eigentlichen Farbgebung eine klarere Definition.


Nach Abschluss des Preshadings wurde die erste blaue Lasurschicht aufgetragen. Die transparente Farbschicht verband die unterschiedlichen Vorarbeiten miteinander, ließ die zuvor angelegten Licht- und Schatteneffekte jedoch weiterhin sichtbar.


Zu diesem Zeitpunkt wirkt das Modell noch vergleichsweise dunkel. Mit den später folgenden Verzierungen, Kantenakzenten und weiteren Aufhellungen wird die Gesamtwirkung jedoch deutlich heller und kontrastreicher ausfallen.


Schritt 05 – Vorbereitung der Goldverzierungen

Nach der ersten blauen Lasurschicht begann die Ausarbeitung der zahlreichen Verzierungen und Zierelemente der Rüstung. Ziel dieses Arbeitsschrittes war noch nicht die endgültige Farbgebung, sondern die Vorbereitung der späteren Goldtöne.


Alle Bereiche, die später vergoldet werden sollten, wurden zunächst mit Weiß hervorgehoben. Dabei diente die weiße Farbe als eine weitere Form des Preshadings. Erhabene Stellen, Kanten und stark beleuchtete Bereiche wurden gezielt aufgehellt, während Vertiefungen und schwer zugängliche Stellen dunkel blieben.


Auf diese Weise entstand bereits vor der eigentlichen Metallbemalung eine klare Licht- und Schattenstruktur. Diese Vorarbeit soll später dafür sorgen, dass die Goldflächen nicht flach wirken, sondern bereits natürliche Tiefen, Highlights und Kontraste besitzen. Gleichzeitig werden Beschädigungen, Kratzer und Oberflächenstrukturen optisch stärker hervorgehoben.


Im weiteren Verlauf ist vorgesehen, die weißen Bereiche zunächst mit einer transparenten Braunschicht zu überziehen. Darauf folgt eine Goldlasur, die die zuvor angelegte Schattierung sichtbar bleiben lässt. Durch diese mehrschichtige Vorgehensweise entsteht ein deutlich lebendigerer Metalleffekt als bei einer direkt aufgetragenen Goldfarbe.


Ob die blaue Panzerung eine weitere Lasurschicht erhält, wird erst nach der Fertigstellung der Goldbereiche entschieden. Maßgeblich dafür ist das spätere Zusammenspiel und der Kontrast zwischen den blauen Flächen und den goldenen Verzierungen.


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